Tragwerksplanung - Hochbau
Tragwerksplanung im Hochbau
Die Tragwerksplanung für Bauwerke aus Beton, Stahlbeton, Mauerwerk und Holz
dominiert die alltägliche Arbeit. Die Konstruktionen sind konventionell und
erscheinen bekannt. Doch hinsichtlich der Planungsaufgaben sind hier viele
Probleme möglich:
Tiefgaragen sind hinsichtlich der Belastung mit Tausalz, der Entwässerung,
der meist versetzt darüber liegenden Gebäude kritische Konstruktionen. Auch
die Gründung, die Platzvorgaben der Planung sind hier zu beachten. Auch die
Problematik der Baugrubensicherung als auch der Einflüsse auf die
Nachbargebäude ist nicht unwesentlich.
Decken biegen sich durch. Dies kann zu Rissen der darüber liegenden Wände,
zu abhebenden Ecken der Decken mit Rissen in der Fassade führen. Auch sind
Besonderheiten wie Einzellasten, Öffnungen in Tragwänden, enorme Mengen an
Elektroinstallationen (man sollte nicht glauben, was die Elektroplaner
inzwischen an Leitungen vorsehen) zu bedenken. Kühldecken, Heizdecken sind hier
moderne Konstruktionen mit wieder ganz anderen Problemen.
Zudem sind Decken als Ortbeton, Halbfertigteile, Vollfertigteile (z.B.
VMM-Decken mit über 9m Stützweite bei hoher Tragfähigkeit) möglich. Man kann
aber auch Stahltrapezbleche als tragende Bewehrung verwenden. Verbunden mit
Stahlverbundträgern oder als Fertigteilrippenplatten (Trog-Pi-platten
usw.) ergeben sich viel Möglichkeiten der Konstruktion.
Unterschätzt werden meist die Dachkonstruktionen und hier speziell die
Ringanker. Ohne Verankerung führen die Schwindverformungen zu großen Rissen.
Anderseits sind diese Konstruktionen mit auszusteifen. Etliche Probleme machen
hier Materialunterschiede wie Beton zu Ziegelmauerwerk.
Die Palette der Leistungen und
Bauteile/Bauverfahren ist extrem groß und daher vielfältig.
- Mauerwerk
- Optimierung von Wandstärken, Mauerwerkspressung, Einflüsse von
Schwinden-Kriechen in Verbindung mit anderen Baustoffen, Schallschutz,
Wärmeschutz. die Verträglichkeit unterschiedlicher Mauerwerksarten
mit Stahlbeton ist hier zu beachten.
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- Decken
- Deckenkonstruktionen von Ortbeton bis Stahlverbund, von Beton zu
Gasbeton und Stahltrapezblechdecken, schlaff bewehrte bis mehrachsig
vorgespannt, Decken als einfache Tragsysteme oder mit Wänden,
Stützen, Unterzügen zu komplexen Faltwerken kombiniert, die
unglaubliche Konstruktionen zulassen.
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- Einzeltragglieder
- Stützen, Unterzüge, Rahmen in allen Kombinationen und Baustoffen
sind möglich und erforderlich. Erfordernisse des Brandschutzes (Warme
Bemessung), als auch Ausdehnungen, Fugen, Bauzustände sind hier zu
beachten.
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- Nachgründungen
- Häufig müssen Gründungen nahe an bestehende Gebäude erstellt
werden, Unterfangungen gemacht werden oder gar Bestandsfundamente
verstärkt werden. Dies kann man mit Gewi-Pfählen, Injektionen,
Compaction Grouting ... durchführen. Je nach Boden sind andere
Verfahren möglich und wirtschaftlich. In jedem Fall lohnt eine
sachgerechte Analyse. Teils sind die Verfahren sogar geeignet,
vorhandene Senkungen durch Hebung auszugleichen.
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- Abdichtungen
- Viele Mängel an Gebäuden sind mit Abdichtungsmängeln verbunden.
Meist ist dies nicht eine Frage des investierten Geldes sondern mehr
eine Kompetenzfrage. Es gibt viele Systeme, ein Gebäude abzudichten
und jedes hat Probleme und auch Vorteile, die es abzuwägen gilt.
Zudem sind je nach Bauwerk und Gründung spezielle Rahmenbedingungen
zu klären. Auch sollte man bedenken, dass jede Abdichtung von
Menschen eingebaut wird, die wiederum Fehler machen. Daher ist die
Frage der Sanierbarkeit von Abdichtungen nicht zu unterschätzen.
Optimierungsmöglichkeiten für die
Planung:
- mehrere Funktionen bündeln:
Schallschutzwände sind immer massiv erforderlich. Diese in das Tragsystem
zu integrieren ist daher anzustreben. Falls versetzte Wände vorliegen, kann
man diese in Beton als Überzüge, tragende Scheiben konstruieren.
- Lastansatz optimieren: Indem man nichttragende
Wände in Gipskarton ausführt, sind diese Wände variabler für Umnutzung
und zudem der Trennwandzuschlag der Decken geringer ansetzbar. Zu Prüfen
sind auch Lasten auf Decken, die passend zur Nutzung sind. Auch ist es so,
dass bei einachsig gerechneten Deckensystemen die Deckenlasten infolge der
Näherung immer ungünstiger als tatsächlich vorhanden angesetzt sind. Bei
einer genauen finiten Berechnung ist teils um 25% weniger Gesamtlast
möglich. Dies ist besonders bei System mit Abfangung (über Tiefgarage)
oder Pfahlgründungen relevant.
- Systembildung: Der wesentlichste Kostenansatz
findet in der Grundplanung bei der Architektur statt. Man kann nicht einen
verplanten Grundriss, der völlig gegen die statischen Grundsätze geht,
wirklich optimieren. Optimal ist immer noch, durchgehende Tragachsen zu
bilden. Besser ist es, eine Decke in den Geschossen mal dicker auszuführen,
als irgendwo tiefer unten dann eine Unterzugsebene zu benötigen. Generell
kann man davon ausgehen, dass man eine Deckenebene völlig versetzt auf eine
andere aufsetzen kann, ohne dass dies große Probleme verursacht. Bei mehr
als einer Ebene ist dies aber schon höchst schwierig und erfordert deutlich
dickere Deckenstärken. Hier ist zu beachten, dass vielleicht nur 15% der
Deckenfläche infolge hoher Lasten wirklich diese Deckenstärke benötigen,
wegen der gleichen Ausbildung sind aber 85% der Decke entsprechend stark zu
machen.